Wenn Du als Frau an Deine Stärken denkst, was fällt dir als erstes ein? Hast du jemals darüber nachgedacht was dich als Frau ausmacht?

Oder fallen Dir eher Deine Schwächen ein, für dieses und jenes nicht gut genug zu sein?

Es ist dir vielleicht nicht bewusst, aber vielleicht versuchst Du die eine „Schwäche“ mit der anderen „Stärke“ auszugleichen?

Oder glaubst du, dass du einen anderen Menschen „brauchst“ zum gegenseitigen Ausgleich?

Vermitteln Dir deine Schwächen das Gefühl von dem klein, angreifbar und verletzlich  Sein?

Treiben dich deine Schwächen aus Scham und Angst, stark und unverwundbar nach Außen zu wirken?

All diese Fragen kommen mir sehr bekannt vor!!

 

Jahre der selbst Sabotage liegen hinter mir, in denen ich mir vorgemacht habe: bloß keine „Schwäche zeigen“, souverän und cool nach außen mit pseudo „Stärken“ zu glänzen.

In heiklen emotionalen Situationen hörte sich mein innerer Dialog, wie folgt an:

  • Bloß nicht emotional sein, reiß dich jetzt zusammen!
  • Gebe an, mit all deinen Erfolgen so schaffst du Dir Respekt!
  • Alles was ich will das schaffe ich, ohne Rücksicht auf Verluste!
  • Ich weiss genau wo es lang geht, ich habe alles unter Kontrolle!
  • Wenn ich mich genug anstrenge erreiche ich mein Ziel
  • Ich weiss schon alles, was willst du mir noch erzählen!
  • Ich bestehe darauf das letzte Wort zu haben.
  • Ich habe immer recht!
  • Meine Stimme ist lauter als deine!
  • Wenn du nicht meiner Meinung bist, dann bist du nicht mehr mein Freund!
  • …etc

Heute, und nach einer langen Heldenreise in mir, darf ich, desillusioniert erkennen, dass dieses nicht die Stärke ist, die mit dem „weiblich stark“ gemeint ist.

Meine wirkliche Stärke liegt hinter Meinen Schwächen.

Eine Schwäche wird meistens, vor allem bei uns Frauen, mit einer Emotion in Zusammenhang gebracht, die hinter einer bestimmten Handlung/Reaktion steckt.

Diese Emotion könnte sein: Wut, Angst, Trauer, Unzufriedenheit, Neid, Schuld, Ablehnung, Versagen, Scham.

All die herausfordernden Emotionen, die wir alle kennen aber nicht wahrhaben wollen, da sie uns als Opfer, schwach und hilflos zeigen lassen, in einer Welt in, der das Bewusstsein: der Stärkste verschlingt das schwächste, herrscht. Als logische Reaktion verdrängen wir die Schwächen, da wir ja „dazu gehören wollen“ als starkes überlebensfähiges, „selbstbewusstes“ Individuum.

 

Lass mich dir weiter über meine Erfahrung sprechen, vielleicht helfe ich Dir zu verstehen, warum deine Schwächen deine größten Stärken sind:

 

Meine größte Schwäche war die ANGST!!

Die Angst, nicht gehört, nicht gesehen, nicht wertvoll und nicht anerkannt zu sein!!

 

Und Paradoxer Weise:

Mein größter Herzenswunsch ist: zutiefst verbunden und geliebt zu sein von Menschen, die mich für mein SEIN Wertschätzen.

 

Erst als ich mich der ANGST geöffnet habe und zugelassen habe, dass ich sie fühlen darf, hat sich meine tiefste Sehnsucht gezeigt. Die Brücke zu dieser Erkenntnis war mein Mut hinzuspüren, anzunehmen und so sein zu lassen.

Die Angst war ein reiner Ausdruck eines unterdrückten Bedürfnisses von mir. Ein unschuldiges Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe nicht mehr und nicht weniger!!

Diese Erkenntnis war für mich eine Erlösung. Die Erlösung von einem kleinen, auf Leistung konditioniertes Selbstbild. Ein Selbstbild, das nur im Außen nach Orientierung und Bestätigung suchte, ein Selbstbild, das völlig im Außen verloren war.

Je mehr ich im Außen suchte umso weniger habe ich gefunden was ich gesucht habe.

Das Verdrängen der Angst, hat sich in einer Form von Wut und Feindseligkeit auf andere zum Ausdruck gebracht. Ein feindseliger innerer Dialog, Gedanken und Verhaltensweisen, die mich mehr von meinem tiefsten Wunsch „verbunden zu sein“ entfremdet haben.

In Wahrheit war die Wut auf mich selbst gerichtet.

Da mein Bedürfnis unbefriedigt geblieben ist.

Die innere Wut führte mich zur Angst.

Die Angst zu fühlen, gab mir die Möglichkeit es zu verändern in LIEBEVOLLER SELBST ANNAHME.

 

Ein „Alchemistischer“-Prozess vollzieht sich im Inneren auf einer natürlichen Weise in dem Moment in dem ich die Schwäche, die Emotion achtsam und widerstandslos anerkenne.

 

Ich konnte mir selber mitfühlend und liebevoll, die Anerkennung und Verbundenheit mit meinem Selbst geben. Das wonach ich mich gesehnt habe. Die innere Sicherheit verbunden zu sein.

Die innere Verbundenheit löst alle emotionalen Abhängigkeiten auf, die in zwischenmenschlichen Beziehungen für Konflikte sorgen, da Erwartungen unerfüllt bleiben !!

 

Ich durfte seitdem im Außen erleben, dass meine Zwischenmenschlichen Beziehungen erfüllter und tiefsinniger geworden sind. Ob beruflich oder privat, ich brauche mir die Anerkennung nicht zu „verdienen“, ich bekomme diese freiwillig geschenkt.

 

Fazit:

Dein authentisches Selbst, dein Potential, dein wahres Selbst sind Synonyme für ein Selbstbild, das keine „Stärke“ als Mogelpackung kennt! Du ziehst in deinem Leben, so lange Umstände an, die das wiederspiegeln, was in deinem Inneren tief verborgen und unterdrückt ist, bis dein Leidensdruck groß genug ist, dass du freiwillig die Entscheidung triffst, etwas daran zu ändern. Du bist gut geraten nach wirksamen Lösungen im Innen zu suchen als im Außen.

Wenn du wirklich dein wahres Selbst zum Ausdruck bringen möchtest, führt kein Weg dran vorbei dich deine Schwächen zu öffnen und dir diese zuzuwenden. Du lernst die Stimme deiner inneren Weisheit kennen. Sie spricht zu dir, um Dir deine wahren Bedürfnisse zu offenbaren.

In den wahren Bedürfnissen schlummern deine innigsten Wünsche, die dein Leben mit Dir selbst und mit anderen Menschen, in welcher Beziehung auch immer, leichter und sinnerfüllter werden lassen. Nur deine Herzenswünsche sind in der Lage dich zum wahren Glück zu führen.

Übrigens alle Menschen sehnen sich zu tiefst nach dem wahren Glück im Innen und im Außen.

 

Das Erkennen wahrer Bedürfnisse und die Fähigkeit diese zu nähren ist die Essenz der „weiblichen Stärke“. Die Muskeln der „weiblichen Stärke“ drücken sind weniger in Gewichte stemmen oder Tauziehen aus. Sondern eher in körperlich fühlbaren Emotionen und die Fähigkeit diese Emotionen liebevoll zu halten, bis die darunter liegende Weisheit sich Gehör verschafft. Die Unterdrückung von Emotionen schwächt die „weibliche Kraft“ in Dir. Und lässt dich mit einem nicht endenden seelischen Muskelkater leben. 

 

Wenn du dich von meiner Erfahrung und meinen Weg angesprochen fühlst, freue ich mich sehr auf einen Kommentar.

Herzlichst

Rajaa